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Kanye West: My Beautiful Dark Twisted Fantasy

Tja- dass Kanye West nochmal mit einer richtigen Ansage zurückkommt und My Beautiful Dark Twisted Fantasy ausgerechnet vom Rolling Stone gleich zum Jahrzehntalbum gekürt wird, ist dann doch ein erstaunlicher Ausklang für 2010. Kurz zuvor wähnte man Kanye West noch als Pausenclown beim Ausverkauf von mtv, während er vielleicht noch den einen oder anderen Kid Cudi produziert. Weit gefehlt... -->

The Thermals: Personal Lifetime

Die letzte Punk-Band schafft's nochmal: The Thermals legen Personal Lifetime kaum 12 Monate später nach. Das wirft auch hier wieder Fragen auf: War das nötig? Kriegen The Thermals das wieder hin? Geht Punk dieser Tage noch? Kommt Personal Lifetime an die großen Sachen des letzten Jahrzehnts überhaupt noch ran? Und muss es das überhaupt? Es sind die alten Fragen der Rock-Galaxie und das muss ja erstmal gar nicht schlecht sein. -->

Arcade Fire: The Suburbs

The Suburbs ist nichts weniger als die Rückkunft der Säulenheiligen des letzten Indie-Jahrzehnts. Mit selbst heraufbeschworenen Heilserwartungen befrachtete Arcade Fire treffen anno 2010 auf einen Mainstream aus Feuilletons, Alt-Rock-Päpsten, Gelegenheitskonsumenten und Indie-Fans, für die Stadion-Rock kein Problem mehr darstellt. -->

+++ Was im hiesigen Pop-Entwicklungsland keiner täte: Tanzen wissenschaftlich untersuchen. Und das gleich noch mit dem nützlichen Nebenaspekt der Chancenverbesserung ;-) Wenn du also demnächst auf dem Floor deiner Wahl interessante Aktionen mit rechtem Knie und linkem Handgelenk siehst...
(...ist's bestimmt ein Tekkie, der heise liest) +++

Efdemin: Chicago

Klassik? Provokation? Sowas steht tatsächlich auf dem Zettel, wenn ein Spätgeborener wie Efdemin die goldene Chicago-Ära referenziert. Anno 2010 irgendwie verwunderlich, aber nett. Efdemin ist mittlerweile der Star des undogmatischen Hamburger Dial-Labels, das seit ein paar Jahren mit entspanntem Nonkonformismus für frischen Wind sorgt. -->

Reflection Eternal: Revolutions Per Minute

Reflection Eternal sind eine durchaus legendäre Crew, der Titel Revolutions Per Minute ist zwar etwas hochgegriffen, aber branchenüblich und vor allem: Reflection Eternal knüpfen recht mühelos an das Level an, das sie anno 2000 selbst gesetzt hatten. 2010 ein Lichtblick in der Ödnis des Hiphop-Mainstreams, der Applaus verdient hätte, aber die beruflich Zuständigen Schweigen mehrheitlich. Was einmal mehr das beleuchtet, was seit einiger Zeit als "Krise des Hiphop" herbeizitiert wird. Entsprechend ist das mit den Revolutions Per Minute hier so eine Sache... -->

+++ Vize-Weltmeisterin der Sportart kostengünstiges Marketing wird in diesem Jahr Erykah Badu: 390 Dollar für eine weltweite Social-Media-Kampagne - da werden einige schicke Web-Agenturen grün vor Neid. (Weltrekordhalterin ist und bleibt allerdings M.I.A., die in Sachen Media-Buzz für einige Jahre uneinholbar sein dürfte) +++

M.I.A.: Maya

M.I.A. forciert das Action-Painting und anvanciert schon vor dem Erscheinen von Maya zur Weltmeisterin des gepflegten Medienrauschens. Munitioniert von keiner geringeren als der New York Times gibt sie den Tamil-Terminator, der das globale Feuilleton aus dem Sommerloch treibt. Wobei der Sound von Maya allerdings ins Hintertreffen gerät. Trotzdem echte Kriegskunst, denn M.I.A. hat recht. -->

Loveparade: Todespop

Die Loveparade ist die größte Katastrophe der Popgeschichte. Sie wird in den kommenden Geschichtsbüchern als Mahnmal für den totalen Sell-Out einer ganzen Kulturform geführt werden. Der Kollaps von Techno, der "Missbrauch" des Kindes von Dr. Motte, wirft gleichzeitig auch ein sengendes Licht auf den gedankenlosen und verächtlichen Umgang mit Popkultur insgesamt. -->

LCD Soundsystem: This Is Happening

This Is Happening als Abwrackprämie für das LCD Soundsystem? Es könnte lukrativere Optionen geben. Vorerst bringt allein die Ankündigung von This Is Happening als Finale schonmal reichlich Presse. Man darf LCD Soundsystem-Boss Murphy zutrauen, dass er sowas zumindest grinsend in Kauf genommen hat. -->

Loveparade-Katastrophe: Westbam lobt Schaller

Das ist kein Witz: Nach der Katastrophe bei der Loveparade lobt Westbam die Qualitäten des verantwortlichen Fitness-Unternehmers Schaller. Zu Raveline sagt er: "Schaller ist ein Entrepreneur, ein Spieler, der auch immer bereit war, große Risiken einzugehen und immer damit Erfolg hatte. (...) Ich respektiere ihn dafür, dass er sich was traut." Ähnlich äußert er sich gegenüber der Zeit, wo er bei den Organisatoren tatsächlich nur eine "kleine menschliche Schwäche" ausmachen kann. (Bei 21 Toten und 500 Verletzten...
...was mag da wohl eine größere menschliche Schwäche sein- Atomkrieg?)
+++ Mal was anderes: Wer sich dafür interessiert, wie die gefährliche Alison Mosshart (Dead Weather) als Schülerin aussah, kann sich einen Zusammenschnitt früher Auftritte von einem anonymen Verehrer ansehen. (Und merkt: Eigentlich ist das 'ne Nette ;-) +++

The Dead Weather: Sea Of Cowards

Gab es tatsächlich Zweifel, dass The Dead Weather zurückkommen würden? Hat wirklich irgendwer geglaubt, dass Sea Of Cowards mit sensationell neuem Sound aufwarten würde? Schließlich ist Jack White nach der Abdankung von Jon Spencer der unumstrittene Weltmeister in Sachen Schweinerock und nach so viel Applaus im letzten Jahr heißt es wie immer: Never change a winning team. -->

Broken Social Scene: Forgiveness Rock Record

Broken Social Scene- die Indie-Retter des letzten Jahrzehnts haben es doch wieder geschafft. Und Forgiveness Rock Record muss jetzt nochmal...? Trotz hochfliegender Erwartungen glücklicherweise nicht, denn es ist einiges passiert im Indie-Land. Trotzdem haben Broken Social Scene immer noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden im aktuellen Zirkus. -->

+++ Autechre auf dem Weg ins Guinness-Buch: 12 Stunden Material- wer eine dicke Leitung hat... +++

Autechre: Oversteps

Technikpioniere sind zurück: Die Erwartungen an Autechre sind nach wie vor hoch, was sie mit Oversteps spürbar zu relativieren versuchen. Visionär waren sie vor 15 Jahren, dieser Tage bleiben Nonkonformismus, Beharrungsvermögen und als Überraschung streckenweise chillige Gelassenheit. Macht das Oversteps zu einem großen Werk oder sind das normale Parameter der Autechre-Formelsammlung?
Kommt auf die Programmiersprache an. -->

Erykah Badu: Return Of The Ankh

Erykah Badu kann sich entspannt zurücklehnen, von einer "Soul-Queen" erwartet glücklicherweise keiner die Revolution der Saison. Wohl aber etwas Besonderes- das schafft auch Return Of The Ankh wieder mühelos. Erykah Badu muss sich nicht mehr anstrengen, um den Nachweis zu führen, dass Afrocentricity ein modernes Konzept sein kann. Mehr noch: Return Of The Ankh driftet in Richtung Zeitlosigkeit. -->

+++ Der diesjährige Sonderpreis für innovatives Marketing geht an Albarn/Hewlitt für das Gorillaz-Game (Escape To Plastic Beach) per Twitter/iPad. Schick, schick ... +++

Gorillaz: Plastic Beach

Die Gorillaz sollen am Plastic Beach enden, deshalb wird nochmal kräftig auf's Hype-Pedal getreten: Haushohe Gästeliste, Online-Game, Style-Inflation, Buch, filmreife Hintergrund-Story, Video mit Hollywood-Star, plus kulturpessimistische Message. Das staunende Publikum kratzt sich am Kopf: Ist das nun Ideensammlung, Stilhalde, Konzept-Kunst, Shopping im Pop-Supermarkt, x-beliebiges Geschwurbel oder alles auf einmal? -->

Gil Scott-Heron: I'm New Here

Gil Scott-Heron hat fast alle Pioniere seiner Generation überlebt. Nach eineinhalb Jahrzehnten Schweigen ist I'm New Here nur wenig Ironie- mit dem aktuellen Tagesgeschäft hat er nichts zu tun. Auch zur Legende taugt er weniger, dazu ist ein harscher Bürgerrechtler nicht glamourös genug. Trotzdem ist unbestritten, dass Gil Scott-Heron wesentliche Grundlagen für den Hiphop gelegt hat. I'm New Here ist eine Stimme aus der vergangenen Zeit, die erstaunt feststellt, dass es in diesem Jahrtausend noch einiges zu sagen gibt. -->

What the Prog...

Progressive Rock ist keineswegs ausgestorben, sondern war anno 2009 wieder mal eine vielzitierte Angelegenheit, ob bei Them Crooked Vultures oder Mastodon. Erstaunliche Aktualität für das ehemalige Hassobjekt mehrerer Punk-Generationen. Prog war der Hauptschuldige für Pathos, Bombast, Kunsthandwerkertum, bildungsbürgerlichen Konservativismus, Freudlosigkeit und endete als Synonym für die Versteinerung der alten Hippie-Ideale zu staubigen Museeumsstücken ohne Realitätsbezug. Eltern warnten ihre Kinder, so dass Progressive Rock schließlich als Untoter durch mehrere Jahrzehnte spukte... -->

+++ Four Tet reiht Remix an Remix,
hier gibt es eine kleine Übersicht. +++

Four Tet: There Is Love In You

Warum bei Four Tet ein geschlagenes halbes Jahrzehnt verstreichen musste, bis There Is Love In You herauskam, weiß wohl nicht mal Kieran Hebden. Er hatte anderes zu tun- ausgerechnet in einer Phase, als Frickeltronic boomte wie nie zuvor. Beim Hören von There Is Love In You dämmert schnell, dass Four Tet eins der zentralen Forschungslabore des letzten Jahrzehnts gewesen sein dürfte. Und keiner hat's so richtig gemerkt- das hat Gründe. -->

+++ Alexis Taylor (Hot Chip) spricht zu Sputnik- natürlich über Nerdism... (Und noch so manches) +++

Hot Chip: One Life Stand

Hot Chip sind die Vordenker der rockenden Elektronik, was sich für One Life Stand als Hypothek erweist. Allerdings wissen das Hot Chip selbst am besten und pokern mit bewährter Unschuldsmiene, während sie den Frickel-Faktor bei One Life Stand auf ein Minimum reduzieren. Zwar kein Stilbruch, aber für Freunde der Verschrobenheit durchaus enttäuschend. -->

+++ Hier kreisen die Geier: Das Label von Them Crooked Vultures verteilt Steckbriefe und hat Pistoleros losgeschickt. Aber die Juristen-Szene ist vorbereitet: Für Betroffene gibt es hier ausführliche Tipps. +++
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