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M.I.A.

Maya

M.I.A. forciert das Action-Painting und anvanciert schon vor dem Erscheinen von Maya zur Weltmeisterin des gepflegten Medienrauschens. Munitioniert von keiner geringeren als der New York Times gibt sie den Tamil-Terminator, der das globale Feuilleton aus dem Sommerloch treibt. Wobei der Sound von Maya allerdings ins Hintertreffen gerät. Trotzdem echte Kriegskunst, denn M.I.A. hat recht.

Soviel lässt sich vorweg nehmen: M.I.A. schafft, was Image-Konstrukteure nur selten und Marketing-Strategen gar nicht hinbekommen. Nämlich sehr locker aus der Hüfte Referenzen zu türmen, Schablonen zu dekonstruieren und Debatten vom Zaun zu brechen, wie schon lange keine(r) mehr. Dachte man eben noch, Erykah's vieldiskutierter Strip sei womöglich die Schlagzeile des Jahres, toppt M.I.A. das nicht nur völlig mühelos, sondern konfrontiert die Welt mit ihren eigenen Vorurteilen und stürzt selbst Fans in Missverständnisse. Maya ist "die Platte zum Videoskandal, zum New York Times Interview-Skandal, zum Dauerskandal"(stylemag) oder kurz: Maya ist große Kunst- in Abstraktion, Codierung und Drastik so konsequent Pop, wie Warhol zu seinen besten Zeiten (z.B. mit "12 Electric Chairs"). Auch wenn M.I.A. dieser Tage keinen solchen Skandal mehr auslöst, wie einst die Sex Pistols, die "Queen" auf "fascist regime" reimten. Allerdings scheint die US-Presse etwas ähnliches daraus machen zu wollen.

M.I.A. vs. New York Times

Dreh- und Angelpunkt der mittlerweile weltweiten Debatten ist M.I.A.'s Clinch mit der biederen "New York Times", die sie bereits zu Jahresanfang lautstark dafür kritisierte, ihr bürgerkriegsgeschütteltes Heimatland Sri Lanka als top Urlaubsziel zu bewerben. Als kaum verhohlene Retourkutsche folgte ein verunglücktes Beispiel von investigativem Journalismus, mit dem die Autorin versuchte, M.I.A. auf's Glatteis zu führen, was höchstens teilweise gelang.
Zentral und keineswegs uninteressant ist dabei die Frage, wie politisch/radikal ein gutverdienender Weltstar sein darf. Für die Dame von der New York Times, die diese Frage aufwarf, war das allerdings nur der oberflächliche Aufhänger, um M.I.A. des dekadenten Salonradikalismus zu beschuldigen.
Ausgestattet mit solidem Halbwissen in Sachen Pop, machte sich die Autorin die Argumentationsmuster allseits beliebter Sellout-Debatten zunutze, um M.I.A.'s Glaubwürdigkeit wegen Millionärs-Ehe und -Lebensstil in Zweifel zu ziehen. Eine durchaus böse Grätsche gegen den mulitkulturellen Liebling des weltoffenen Feuilletons im Homeland der Political Correctness. Und gefundenes Fressen für die bürgerliche Weltpresse im Sommerloch. Ärgerlich auch, dass viele sonst wohlgesonnene Pop-Wissende auf solche bestenfalls halbinformierte Effekthascherei hereinfallen und dies bloggend immer weiter zitieren.

Maya und das Feuilleton

Medientechnisch ziemlich interessant ist allerdings, dass das Feuilleton hierzulande Spalier steht, um M.I.A. kompetent zu verteidigen. Da sind nur vereinzelt Verweise auf vermeintliche Spleens ("Nina Hagen des Global Pop", Bayrischer Rundfunk) zu beobachten, während die "Welt" findet, sie sei "rund um die Uhr auf Krawall gebürstet", was M.I.A. selbst sicherlich als Kompliment verbuchen würde. Letzteres zitiere ich hier deswegen explizit, weil in aller Deutlichkeit erwähnt werden muss, dass die "Welt" im Sommer 10 tatsächlich das einzige (auffindbare) deutschsprachige Medium ist, das im Folgenden den globalisierten Fritten-Skandal korrekt darstellt:
Denn es war die "New York Times"-Autorin Lynn Hirschberg höchstselbst, die die Schicki-Pommes mit Trüffelgeschmack bestellte- um es hinterher M.I.A. anzukreiden. Zu der Glaubwürdigkeit von solcher Art "Journalismus" muss wohl nichts mehr gesagt werden, außer vielleicht noch, dass besagte Autorin schließlich auch interviewtechnische Tatsachenverdrehung zugeben musste.
Ganz nebenbei zeigte sich auch, dass das vermeintlich naive Flüchtlingsmädchen Mathangi Arulpragasam vorbereitet war und das Interview ihrerseits mitgeschnitten hatte. Das war nicht nur cool, sondern ziemlich brilliant- und etwas wie (keinen) "Spaß verstehen" ist bei solcher Art Rufschädigung ein reichlich irrelevantes Kriterium. Sympathischer Weise bilanziert M.I.A. selbst die Angelegenheit im Spiegel sportlich: "Ich fühle mich nicht missverstanden. Missverständnisse sind gut, die führen zumindest zu Diskussionen."

M.I.A.'s Politics

Den Anlass für solche Fallenstellerei ansonsten durchaus seriöser Magazine hat M.I.A. vor der Veröffentlichung von Maya mit ihrem Skandal-Video zu "Born Free" und dem Tourismus-Streit selbst geliefert. Dass der Stoff für das Video keineswegs weit hergeholt ist, erklärt M.I.A. übrigens dem Focus: In ihrer Nachbarschaft in Los Angeles hatten sich kurz zuvor Schulkinder öffentlichkeitswirksam zum Verprügeln von Rothaarigen verabredet (was sie per Web-Link dokumentierte).
Warum das liberale amerikanische Bildungsbürgertum derartig aggressiv reagiert, erläutert Tobi Müller in der FR. Anscheinend wollte man sich im Obama-Land nicht im kritischen Bewusstsein von einer dahergelaufenen Tamilin übertrumpfen und schon gar nicht für die eigene Außenpolitik kritisieren lassen. Im Falle einer Pop-Musikerin sind dann "Effekthascherei" und "Naivität" als standardmäßige Totschlagargumente das Minimum.
M.I.A.'s Position klärt die FAZ unmissverständlich:
"Falsch ist daran gar nichts."
Eine Feststellung, die sich mit gutem Grund auf die herausragende Arbeit von Miranda Sawyer beim britischen Observer stützt.

Aus hiesiger Sicht auch deswegen ein bemerkenswerter Artikel, weil er demonstriert, was die hiesige Presse nicht kann: Mit lockerem Tonfall Pop im Allgemeinen & M.I.A. im Besonderen sehr ernst nehmen und dabei trotzdem eine freundlich-kritische Distanz wahren. Wer einigermaßen Englisch kann, findet dort vor allem, wie die Kollegin von der New York Times auf unkomplizierte Weise kenntnisreich und treffsicher gegen den Strich gebürstet wird, während fast nebenbei M.I.A.'s familiärer Background gründlich ohne viel Multikulti aufgehellt und beiläufig M.I.A.'s Kunst in 3 Sätzen auf den Punkt gebracht wird, wobei Miranda Sawyer noch das Kunststück gelingt, M.I.A. zwischenmenschlich kurz als "drama queen" einzsortieren, ohne dass sie das in irgendeiner Weise diskreditieren würde.
Das nächste Kunststück ist Miranda Sawyer's bewusster und selbstkritischer Umgang mit ihren eigenen Vorurteilen, die sie zur Basis ihres Artikels macht. Was sie zu einer schlichten Meisterleistung befähigt: Sie prüft das alles einfach mal nach und fragt die Betroffene zuerst selbst. Eigentlich eine journalistische Selbstverständlichkeit, aber Musik-Schreiber hören anscheinend nach dem Promo-Interview auf zu denken.

Dieser ziemlich unaufgeregte down-to-earth-style ist ein genialer move, der dem ganzen seltsamen Skandalismus rund um Maya sehr gut bekommt. Denn der Frontverlauf ist in dieser Angelegenheit merkwürdig genug: Wie abgedreht ist es eigentlich, dass eine faustdicke Realness-Debatte von der New York Times losgetreten wird?
Und das von einer Upper-Class-Dame, die von sagen wir mal subkulturellen Befindlichkeiten nur einzelne Stichworte aufgeschnappt hat ("waspish" nennt Miranda Sawyer das). Diese Dame meint nun, M.I.A. von oben herab "kühl" (FR- allerdings ist daran überhaupt nichts "wunderbar", wie der Autor findet) abkanzeln zu können. Mit einer etablierten Künstlerin, die dem Establishment nicht den Gefallen tut, ihre "politischen Ansichten rücksichtsvoll an der Tür zur besseren Gesellschaft abzulegen" (Sabine Metzger im Weser Kurier) wird tatsächlich "geredet wie mit einem kleinen Kind" (jungle world).
Aber wie abegedreht ist es denn wieder, dass ausgewiesene Linke (bei jungle world) auf solchen Klassenkampf von Oben einsteigen, während sie M.I.A. gleichzeitig zu lasche Kapitalismuskritik ankreiden?
Und die wohlmeinenden Feuilletons hierzulande bekommen von alledem nur ansatzweise und vereinzelt etwas mit?
Oder ist es womöglich doch viel durchgeknallter, dass die hiesige Blogosphäre fast unisono Lynn Hirshbergs Klassenvorurteile nachbetet?
Neues aus der Anstalt...
(...Schramm, übernehmen Sie.)

Im pop-affinen Britannien muss sich Miranda Sawyer nicht mit solchen Absurditäten herumärgern. Und kann sich beim Reality-Check prompt erstmal darüber wundern, dass sie keine aggromane Street-Fighterin vorfindet, die pausenlos Gift und Galle auf das System spuckt, sondern eine freundliche, humorvolle M.I.A., die sich auch nach einem anstrengenden Tag immer noch Zeit nimmt, ihr Anliegen ausführlich zu erklären. Vorurteil 1 erledigt.
Wobei trotzdem nicht verschwiegen wird, dass M.I.A. immer für einen eckigen Spruch gut ist. "She's no diplomat", stellt Sawyer trocken fest (very british) und verkneift sich kompromittierende Zitate, was ihr zu einfach vorkommt.
So ist sie dann auch die Einzige, die einen realistischen Blick auf M.I.A.'s Zukünftigen anbietet. Denn der glückliche Mr. Bronfman ist selbst Musiker, Eigner eines kleinen Labels und vor allem Stolz auf seine Freundin. Beides "Musikertypen", die trotz verschiedenem Background bestens harmonieren und wirken wie jede andere Familie. Bei diesem Anblick werden klassenorientierte Anwürfe schlicht "lächerlich", findet Sawyer. Vorurteil Nummer 2 erledigt.
Nebenbei wird auch noch festgestellt, dass M.I.A.'s vielzitierte "Paranoia" eigentlich nichts Besonderes ist, weil Verschwörungstheorien nunmal sehr verbreitet sind (ebenso wie die ganz reale Datenspionage im Web, sag ich). Das Problem ist, dass man für eine öffentliche Diskussion solcher Themen solides Detailwissen benötigt- erst Recht, wenn die Debatte über die Schlagzeilen der Massenmedien abgewickelt wird. Und detailliertes Wissen verschafft sich Miranda Sawyer nun:

Sie legt die von M.I.A. verlinkten Videos, die die Sri Lankische Armee bei der Erschießung nackter Zivilisten zeigen, "unabhängigen Experten" vor, die das Material auch sofort als authentisch und aktuell bewerten.
Ein kleines Wunder ist, dass der nächste Punkt kein faustdicker Skandal wurde:
Denn M.I.A.'s provokante Aussage, dass die Sri Lankische Regierung die Tamil Tigers als Vorwand benutzt, um tamilische Zivilisten zu eliminieren, wurde von einer Zeitung mit internationalem Ansehen recherchiert und bestätigt- der New York Times.
"Die lesen ihre eigenen Nachrichten nicht", kommentiert M.I.A. selbst.
Umso absurder ist nicht nur die spätere Reiseempfehlung des gleichen Blattes, sondern vor allem die Aufregung um M.I.A.'s Kritik. Ganz besonders dann, wenn man weiß, dass auf den hübschen Stränden nur wenige Monate zuvor tamilische Zivilisten zu Hunderttausenden von der Regierung wie Vieh zusammengetrieben und schließlich bombardiert wurden. Auch das ein schlichter Fakt, den Miranda Sawyer's Recherche schnell bestätigt (der Wikipedia-Artikel zum Bürgerkrieg in Sri Lanka verweist z.B. auf Berichte der NZZ vom 11.05. und 14.05. 2009 - "Der menschliche Schutzschild" - und einen Bericht der UNO).
Die Autorin zeigt sich durchaus betroffen darüber, dass sie von alldem vor dem Artikel über M.I.A. nichts wusste und stellt fest:
"I'm just as guilty as Hirschberg. No wonder there's more shock about a silly pop video than real people really dying".
Wow- so viel unkomplizierte Selbstkritik ist wirklich selten: Love & respect to Miranda Sawyer.
(Sie bekommt hoffentlich viele Heiratsanträge von Kollegen dafür)

M.I.A. & Google (Born Free)

Bei alledem gerät fast völlig aus dem Blick, dass gerade das "Born Free"-Video vor allem auch ein medienpolitisches Statement darstellt (vgl. auch das Cover von Maya). Zwar wird ihr Seitenhieb auf Google sehr gern zitiert: "Headbone connects to the headphones, headphones connect to the iPhone, iPhone connected to the internet, connected to the Google, connected to the government" (The Message)
Dass Video und Durchsage einen fast schon militärstrategisch durchgeplanten Schachzug bilden, um genau diesen Sachverhalt konkret in real life nachzuweisen, bemerkt niemand mehr, der schnell einen Skandal abgreifen will. Nur die Berner Zeitung stellt explizit fest, dass M.I.A. "erfolgreich an der üblichen Selbstdarstellung sozialer Netzwerke als unparteiischer, offener Demokratien zu kratzen verstand". Und die Süddeutsche finalisiert: Das ist "nicht nur ein PR-Coup. Es ist die Botschaft, dass die Freiheit im Netz vorbei ist". Damit ist Maya schonmal aktueller als das deutsche Fernsehen.
Wie war das damals mit "black CNN" (Chuck D über Hiphop)? In dieser Debatte regiert das Public Enemy-Prinzip in full effect: "The Fear Of A Black Planet" (und die Einzigen, die das bemerken, sitzen tatsächlich bei der Zeit).
Wir halten fest: M.I.A. ist eine Künstlerin, die sich nicht nur eine dissidente politische Meinung zutraut. Was die zitierte FR im aktuellen Pop-Geschäft allein schon bemerkenswert findet. Aber dabei bleibt es ja noch lange nicht. M.I.A. ist sich nicht zu schade, unbequeme Thesen auch gegenüber der Weltpresse zu vertreten. Und das gerade nicht beim Bono-Dinner mit dem Präsidenten, sondern durch klare Konfrontation an den Punkten, wo auch tatsächliche Fronten bestehen (dass das auch mit ihrer losen Klappe zu tun hat, macht die Sache nicht schlechter).
Schließlich macht M.I.A. nicht nur mal eine plakative Durchsage, sie kann ihre politischen Statements vor allem gerade dann begründen, wenn sie den liberalen Bildungsbürgern des Westens ihre Lebenslügen aus der Perspektive des realen Bürgerkriegs um die Ohren haut.
Und das mit den angerosteten Waffen von Pop(-Art), wie die Süddeutsche weiter analysiert. Gegen solchen sehr realen Culture-Clash nimmt sich der biedere Diskurs-Rock der Hamburger Schule wie ein Sandkastenspiel aus. An M.I.A.'s Wohnort bekommen Journalisten für derartiges den Pulitzer Preis.

Maya

Apropos Künstlerin- dies war ja der eigentliche Zweck der Übung, an den sich nach dem ganzen Bohei kaum noch wer erinnert. Die FAZ tut das sehr wohl und erkennt bei Maya "ein mit allen Wassern gewaschenes künstlerisches Kalkül", das offensichtlich voll aufgegangen ist (und dort auch dankenswerter Weise gründlich erläutert wird). "Man könnte sich, statt sie wie eine Diplomatin abzuklopfen, auch einfach überlegen, dass mit dem Aufwirbeln von Staub schon die wesentliche Kunstarbeit getan sei." (Berner Zeitung). Weil's nämlich schlicht realistisch ist: Mehr kann Kunst nunmal nicht. Schließlich ist ein Album keine Panzerarmee und ihr Vertrieb nicht der Weltsicherheitsrat.

Womit wir nach allen Risiken und Nebenwirkungen endlich bei der Musik von Maya wären. Die ist auf dieser Guerilla-Mission sperriger ausgefallen- form follows function. Dass man nun über soundtechnische Brutalitäten schwadronnieren müsste (wenn auch wohlwollend), halte ich für übertrieben und finde auch nicht unbedingt, dass Maya deswegen "der Zeit und ihrem Geist voraus" sei, wie der Kollege von den Plattentests, teile aber seine Beobachtung: "Maya ist in seinen Ideen einfacher als seine Vorgänger, in seiner Ausführung aber weitaus gemeiner".
Mtv diagnostiziert: "Die wildesten Samples, rauer Dubstep, und kompromissloser Electro, (...) bis zur völligen Entfremdung des eigentlichen Songs" und stellt fest, dass das auch bestens zu der Message passt. Grundsätzlich enthält Maya wieder M.I.A.'s beliebten Mix- allerdings einen Zacken härter und abstrakter.
Ihre Motivation erläutert sie dem Ableger der Süddeutschen, wo sie sich als klarsichtige und keineswegs überkandidelte Zeitgenossin präsentiert: "Ich hatte Angst, ich könnte oberflächlich werden". Denn das bequeme Popstar-Leben "wäre zugleich mein Ende als Künstlerin" (Gab es schonmal irgendwen die/der sowas sagte, um sein neues Album zu promoten?). "Und ich will nicht der weibliche Will.i.am werden".
Vor allem aber erläutert M.I.A. in diesem schönen Interview glasklar und verständlich ihre Positionen zu allen vorigen Streitfragen.
Allgemein lassen sich bei Maya durchaus zwei Grundlinien feststellen, die Abteilung Attacke und ein paar smoothe Geschichten mit der Single "xxxo" vorneweg. Die Einen mögen solche Kontraste, die Anderen nicht. Und es gibt auch eine hinterlistige Erklärung, warum der perfekte "Song für Jay-Z" (alternativenation) "in seiner Funktion allerdings ein charmant verzerrtes Bild von dem abgibt, was das Album wirklich zu bieten hat" (musikjunkie4life). Was sich durchaus als "schleichender Zynismus" (Plattentests) verstehen lässt. Denn den geneigten Musikfreund zuerst mit nettem Pop zu umschmeicheln, um ihm später ein fettes Brett vor die Stirn zu nageln, ist auch eine Form von Pop-Guerilla.
Und deswegen kann man auch Maya wieder als "die interessanteste und aufregendste Musik der Jetztzeit"(mapambulo) betrachten oder trocken bilanzieren: "Eskalierend, politisch, militant, nervig, großartig." (opak).
Und ich sagte schon: Pop-Art at it's best.
Als solche ist Maya Konzeptkunst, wobei es auf M.I.A.'s Mission erstmal nicht um den Dancefloor geht. Schließlich wäre Abfeiern im Minenfeld tatsächlich zynisch. Nebenbei zeigt sich, dass gute Musik einen Background hat und Position beziehen kann.
(Und Arschwackeln kannst du auch mal woanders)

P.S.
"jetzt": "Deine kommende Single „XXXO“ hört sich trotzdem an wie ein Hit.
(M.I.A.:) Okay, aber sie hört sich an wie ein cooler Hit und nicht wie ein Scheißhit."
(Soviel zum Thema Spaß verstehen... ;-)


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