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Dendemann

Die Pfütze des Eisbergs

Dendemann hat den Split von Einszwo mit Die Pfütze des Eisbergs endlich überwunden. Mit ihm kehrt der hintersinnigste MC des großen deutschen Hiphop-Booms der späten 90er zurück nach vorn. Dendemanns unbestrittenes Verdienst ist es, die Alltagssprache auf höchst selbstverständliche Weise in der hiesigen Musik etabliert zu haben. Obendrein mit einer Prise Mutterwitz, die weit, weit weg ist von irgendwelchen Lustigkeiten, wie sie nicht zuletzt an der Wasserkante seinerzeit en vogue waren.
Und wie Die Pfütze des Eisbergs schon im Titel beweist, ist diese Fähigkeit keineswegs verloren gegangen. Mehr noch: Es gibt bis heute niemanden, der ihm das Wasser reichen könnte, weswegen ihm streckenweise zu viel Ehrfurcht entgegengebracht wird für meinen Geschmack. Aber deswegen kann er sich locker leisten, gleich mit "Check die Rhetorik ab" anzufangen. Und dann noch einen scheinbar plumpen "Lalala"-Refrain im R&B-Gewand zu bringen, aber auf "laber mich nicht zu" enden zu lassen, kann eben nur der Dende.
Sounds & Beats sind dick und auf dem Stand- vielleicht etwas zu dick für meinen Geschmack, denn so tritt sein lässiger Flow manchmal etwas in den Hintergrund, von den wieder massenhaften Wortspielen und Side-Gags ganz zu schweigen. Aber keine Nörgelei hier: Dendemann zieht so locker an den Lautsprechern der Liga vorbei, dass er noch nicht mal rempeln muss und sich eine liberale Einstellung gegenüber gewissen berliner Rough-Necks leisten kann.
Kurz: Die Pfütze des Eisbergs ist vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber eine gewichtige Wortmeldung- und zwar von einem, der wirklich was zu sagen hat. Trotzdem große Sache also- für 2006, sag ich jetzt mal.


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