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Kano

Home Sweet Home

Große Erwartungen ruhten auf Kano, dem "Posterboy des Grime" (intro), die er mit Home Sweet Home, seinem ersten Longplayer, auch nicht enttäuschte. Zumindest bei Kritikern der einschlägigen Medien, wo er mit Lob und Preisen geradezu überhäuft wurde. Lustiger Weise wurde der ganze Hype um Kano ausgerechnet von der Spex am vollständigsten berichtet, wo auch der Gossip mit dem Londoner Bürgermeister nicht fehlt. Komplett gelistet sind die PR-Details in der englischen Wikipedia.

Allerdings machte sich trotzdem Ernüchterung breit, wie rap.de vermeldet. Denn als Home Sweet Home Ende 2005 in Britannien heraus kam, konnte Grime noch als kommende Revolution betrachtet werden, wobei durchaus als Schlaglicht gesehen werden kann, dass das Album hierzulande erst geschlagene 8 Monate später zu bekommen war. Da war die Luft raus- im März 06 packt intro über den Kano-Artikel bereits die Zeile "Last Man Standing".

Stilistisch gehen die Kommentare von "wilde Mischung" bis "Mädchenvariante von Grime" ;-) wobei die Spex wohl am dichtesten dran liegt mit der schlichten Diagnose "unwiderstehliche Stilvielfalt". Und noch feststellt, dass dies Rap ist, "wie er von den Erfindern gemeint war als befreite Zone, in der jedes Mittel recht ist, solange es dem Flow, dem Punch und der Story dient". Die Position zum aktuellen Hiphop klärt Chaibrother.
Die Ingredienzien zählt intro auf:
"Neben klassischen, unterproduzierten Grime-Nummern wären da 90er-Breakbeats (von Hipster-Knöpfchendreher Diplo), Black-Sabbath-Samples (vom Bloc-Party-Produzenten Paul Epworth), honigfarbener Plastiksoul (von Mike Skinner), schaler Großraumdisco-House."
Metallica fehlt noch.

Dass Home Sweet Home allerdings "komplett unausgegoren" sei, wie der Rezensent dort danach meint, kann ich nun überhaupt nicht finden, denn die stilistische Ralley ist ja gerade die zentrale Arbeitsweise von Grime, dem Kano hier nochmal zu einem letzten Höhepunkt verhalf, wie's aussieht. Was die Leistung aber keineswegs kleiner macht (und ein Hit in Britannien ist auch nicht ganz wenig).


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