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Britney Spears

Circus

Was eigentlich kaum ein Jahr nach Britney Spears Vorgänger nun mit Circus ein Comeback sein soll, ist beim Blick auf die Eckdaten kaum nachzuvollziehen. Es geht natürlich mal wieder um das Medienphänomen und zwar in extremer Form. Schön, dass Tobias Rapp in der taz mal feststellt, dass der vermeintliche Irrsinn von Britney Spears in Wirklichkeit vielmehr der Irrsinn der Medien ist, die jeden eigentlich altersgemäßen Ausrutscher zum Skandal aufblasen. "Für sich genommen ist nichts ungewöhnlich an Britneys Verhalten der vergangenen Jahre"- eben: Nach jahrelangem Karriere-Stress von Kindesbeinen an, einem fehlgeschlagenen Familienexperiment und zugehörigem Karriereknick "ein paar mal über die Stränge" (taz) zu schlagen, ist eigentlich so normal, dass man Britney Spears fast dafür loben müsste. Michael Jackson ginge es sicherlich besser, wenn er ein solches Ventil hätte. Oder man sagt's wie Tobias Heinrichs für die Plattentests: "Sie war der x-te Nervenzusammenbruch, die Entziehungsklinik, der Beinahe-Knastaufenthalt, das Entmündigungsverfahren. (...) Tja, liebe Leute, sie war - eine von uns".
Und weil wir von unseren Superstars erwarten, dass sie unsere Katastrophen meistern können, ist Britney Spears unerwarteter Senkrechtstart mit Circus eigentlich sehr naheliegend und weit mehr als nur ein Mitleidseffekt. Obwohl an der Beobachtung der Kulturnews sicherlich was dran ist, dass solche Effekte aus einem schlichten Pop-Song "mehr macht, als er eigentlich ist". So ist Fußball, hätte ich jetzt fast gesagt.
Und zum schlichten Pop hat Britney Spears zurückgefunden- back to business mit dem tatsächlich erst 2. Nummer-1-Hit ihrer Karriere (Womanizer). Das kann man wie Ellen Wesemüller in der BZ "den kleinsten gemeinsamen Nenner des populären Geschmacks" nennen, aber es funktioniert. Halt "eine sauber produzierte Pop-Platte, massentauglich und auf Charterfolg gebürstet" (focus), aber das muss Frau auch erstmal hinkriegen- Madonna gelang das diesmal bekanntlich weniger. Auch wenn anscheinend böse Zungen behaupten, dass per Web "organisierte Massenkäufe" (Westdeutsche Zeitung), ein Grund sein könnten. Noch böser der Verdacht des Pop-Fachblattes "Welt", dass ein Stück wie "Mmm Papi" dem Zweck dient, pädophile Käuferschichten zu befriedigen. Lässt sich aber auch so entspannt betrachten, wie im österreichischen now-on: "Müsste nicht sein, aber so kennt man sie". Eben.
Fazit von mtv: "Freilich kennen wir das bereits alles und vieles, was hier als neu präsentiert wird, glänzt noch lange nicht wie Gold", aber Circus hält, "was es im Titel verspricht – es ist ein knallbuntes Album geworden" und so sollte es doch sein, oder?


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