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Arctic Monkeys

Whatever People Say I Am, That's What I'm Not

Ja, die Arctic Monkeys haben bekanntlich Whatever People Say I Am, That's What I'm Not PRtechnisch gut vorbereitet und im ganzen Hype fragt man sich dann nebenbei, warum eigentlich unzählige Seiten die gleiche Geschichte immer nochmal und nochmal wiederkäuen müssen.
OK haltloser Jubel ist eigentlich banane, aber verbreitet.
Mit Whatever People Say I Am, That's What I'm Not haben die Arctic Monkeys also den ca. 17. Frühling des britischen Gitarrenpops losgetreten- auch das ist langlich breitgetreten (eine recht brauchbare Vorgeschichte gibt’s tatsächlich beim Focus).
Der einzige Unterschied der zahllosen Referenzlisten ist, wie lang die Reihe jeweils gemacht wird- die üblichen Verdächtigen aus diesem Jahrzehnt bringen fast alle- typisches Beispiel wäre intro, wo später nett von der "Bubihaftigkeit der Band" gesprochen wird, was ebenfalls immer wieder Teil des Hypes war.
Mehr O-Töne:

  • "Die beste dahingerotzte Platte seit dem Debüt der Libertines" (justmag)
  • "Klingen ein bisschen betrunken und nach vier Uhr morgens" (Brigitte)
  • "40 Minuten später ist man wieder fünf Jahre alt" (Plattentests)
  • "Die Arctic Monkeys legen es nicht darauf an, nur Kunsthochschülerinnen zum Tanzen zu bringen wie Franz Ferdinand" (FAZ)
  • "Du hast die letzten 5 Jahre auf dem Mond verbracht? Kein Problem, die Arctic Monkeys fassen dir das Geschehen auf 40 Minuten zusammen..."
    Treffer: Das Bands Magazine hat auch die vollständigste Liste der Artgenossen seit ca. 2000
    (schaffen schon wieder nicht mehr viele)
  • Die Klangschau sieht das ähnlich.

Arctic Monkeys & Geschichte

Ja, auch Jungspunde haben eine- selbst wenn sie behaupten, sie nicht zu kennen.
Alter Historiker-Spruch: "Those who don't know history are doomed to repeat it", Nachweis hier: Whatever People Say I Am, That's What I'm Not "klingt so ziemlich nach allen britischen Bands, die in den letzten 30 Jahren das Non Plus Ultra waren", dann kommen zwar die Bands der letzten 40- passt aber.
Nur bis in die 70er geht die schon erwähnte FAZ, wo Tobias Rüther den Lärm um die Arctic Monkeys feuilletonistisch, aber ziemlich passend einsortiert und einen hierzulande selten gezogenen Vergleich bringt, der die Szenerie bestens umreißt:
"Natürlich klingen die Arctic Monkeys nach den Buzzcocks, sie hören ja im Radio gerade nichts anderes als diese 25 Jahre alten Formeln."
Na eben.
Übrigens erwähnt die Wiener Zeitung 2 weniger bekannte Fälle, die bereits vor 5 Jahren das Internet erfolgreich nutzen konnten.

Arctic Monkeys & Kritik?

Es gab 2006 tatsächlich ein paar versprengte Kollegen, die in aller Feierei von Whatever People Say I Am, That's What I'm Not einen kühlen Kopf zu bewahren versuchten:
popkulturjunkie und skipmag sind weit und breit die einzigen, die sich trauen, eventuell vorhandenes Mittelmaß anzumerken.
Kritik am Sound kommt häufiger vor- einige finden diesen im Vergleich zu den Demos viel zu glatt:
Ausgerechnet musicchannel, der eben noch feierte, Kollege nicorola, ecoder und hier erstaunlicher Weise besonders laut
*tschuldigung* ;-)

Die Frage der Beständigkeit stellt schon popkulurjunkie, genauso wie der Schallplattenmann.
Und satt.org ergänzt:
"Natürlich ist das nichts, was die Welt verändert. Im Großen. Das kann man ihnen aber kaum zu Vorwurf machen. Ebensowenig wie »den Hype«"-
"Muss denn jeder gleich gekommen sein, um zu bleiben?" (intro)
Lieber nicht...


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