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Cat Power

The Greatest

Tja- wie das Leben so spielt: Ich kannte Cat Power bislang tatsächlich nicht. Wohl vor allem auch, weil das anderswo länglich breitgetretene *Hüstel* "Singer-Songwriter"-Dingens zumeist meine Sache nicht ist. Da wird es alte Cat Power-Fans kaum wundern, das The Greatest (das Titelstück) den Freund von Minimalismus und Soul spontan ins Mark traf: So viel Deepness (von der anderswo immer nur gefaselt wird) mit wenigen Noten und faszinierender Weise zugleich mit großer Instrumentierung, die hier eben nicht verwendet wird, um sich die Opulenz von der Stange einzukaufen- im Gegenteil: Wo andere derartiges zum gnadenlosen Breitwand-Format aufblasen, gelingt Cat Power das Kunststück, das zahlreiche Personal sparsam und präzise zur Unterstützung einzusetzen.
Klar, das keine Anfängerin derartiges hinbekommt. Also begab ich mich mal auf die Suche nach Hintergründen und konnte hier mal wieder feststellen, wie gut das Netz mittlerweile als Quelle für Musik-Infos funktioniert.

Gleich die routinemäßige Konsultation des üblichen Nachschlagewerkes klärt den biografischen Background: Cat Power arbeitet seit Jahr und Tag mit den Größen der Indie-Szene zusammen- Starthilfe Mitte der 90er durch Steve Shelley von Sonic Youth. Alles klar.
Aber gerade das erklärt keineswegs den dezenten Funk, der mit traumwandlerischer Sicherheit (nein, "lässig" ist das keineswegs) präzise da auftaucht, wo er die größte Wirkung entfalten kann. Die Lösung für dieses "Rätsel" wird in der Medienlandschaft so oft runtergebetet, das sich das Echoes-Blog schon drüber beschwert: Memphis Soul- lebende Legenden.
Ruft zwar großes Erstaunen hervor, aber es konnte kaum anders sein. Solche Zauberei gibt es nur da, wo der South nicht dirty rumprollt. Cat Power wusste genau, wo sie anklopfen musste und dieser Schritt ist The Greatest- nothing less. Überraschend und trotzdem wundervoll passend: True Magic- hier ist sie wirklich (womit ich nichts gegen Mos Def gesagt haben will).

Mehr hätte ich eigentlich nicht mehr wissen müssen, trotzdem konnte ich es nicht lassen, mich weiter umzusehen. Das Unwohlsein, den tiefen Eindruck des Sounds von anderer Stelle blöd seziert zu bekommen, war glücklicherweise nicht gerechtfertigt, aber es kam anders: Ein ums andere Mal trieb mir glitschiger Sexismus der Besprecher das nackte Entsetzen auf die Stirn. "Verhuscht" sei Cat Power und würde "Beschützerinstinkte" wecken. Zu lesen da ("Pop-Feuilleton"- volle Deckung) und auch dort.
Noch nicht schlimm genug? Bitte sehr (:o)
In der real existierenden Medienlandschaft zwar keineswegs verwunderlich bei einer Künstlerin, die ihr Seelenleben derartig ausbreitet, macht die Sache aber nicht erträglicher. Das einzige Mal, als ich derartiges über einen Mann reden hörte, handelte sich um einen gewissen Daniel Kübelböck (kein Witz).


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