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Clap Your Hands Say Yeah

Clap Your Hands Say Yeah

Bei Clap Your Hands Say Yeah ist wie auch anderswo die Frage, warum unbedingt alle die ewig gleiche Legende wiederkäuen müssen, an der auch ein paar Zweifel angemeldet werden dürfen. Tobias Rapp ist tatsächlich der Einzige, der sich via taz ein paar kritische Fragen zum Clap Your Hands Say Yeah-Hype erlaubt. Blogmonster ist die nette Umschreibung des Ganzen. Wie das Hype-Publikum aussieht, wurde in Köln genau beobachtet.
Der hochgelobte Sänger kommt anscheinend nicht wirklich sympathisch rüber, falls richtig ist, was sellfish hier schreibt. Auch anderswo wird notiert, dass "die restlichen Namen relativ unwichtig" seien...

Die Referenzen sind ebenso ein Hype, sie stehen wirklich überall. Ich verweise hier auf die angenehm realistische Besprechung vom Bands Magazine, das zum Sound von Clap Your Hands Say Yeah schlicht notiert: "Verschrobener, folkiger Indie-Rock". Eben- nicht mehr und nicht weniger. Revolutionär ist das bei weitem nicht. Und zum Thema David Byrne will mir scheinen, dass der Gutste wohl so klingen würde, wenn er heute noch Musik machen würde. Der fiebrige Drive von Remain In Light geht Clap Your Hands Say Yeah völlig ab. Abgesehen von der Stimme, die teilweise ulkige Assoziationen hervorruft. OK- Jammerlappen ist jetzt übertrieben ;-) aber die Zirkusmusik empfinden interessanter Weise auch andere so: "Ein Album wie ein Themenpark", steht hier zu lesen. Sogar dort, wo Indie-Rock gern über den grünen Klee gelobt wird, kommt der Verdacht, dass Clap Your Hands Say Yeah zwischen diversen Stühlen platziert sein könnten.

Durchschnittlich finde ich das trotzdem nicht, auch wenn ich das Gefühl habe, dass Kim Gordon die Kapelle im Alleingang aus den Schuhen rockt. Clap Your Hands Say Yeah haben ihre eigene Indie-Mischung aus üblichen Bestandteilen destilliert. Selbstironie, die z.B. die Long Blondes gegenüber Konfektionsware kultivieren, ist dem Frontmann anscheinend ebenso fremd, wie direkte Konzeptkunst à la Dresden Dolls. Und die Frage mit der Halbwertzeit, die Tobias Rapp vielleicht etwas übertrieben hat, ist mit dem zweiten Album auch wieder auf der Tagesordnung.


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