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Kings Of Leon

Only By The Night

Stadionrock 2008 (wdr)- mit diesem Fazit zu Only By The Night erzielen die Kings Of Leon überraschende Einigkeit bei Freund & Feind. Ebenso Konsens bei weiteren Eckpunkten: U2, Coldplay, Radiohead. Nur ein Scherzkeks ergänzt noch Ted Nugent, Kid Rock und Sarah Palins Tochter.

Auch bei Only By The Night wieder inflationär: Das Attribut "klassisch" mit Bezug auf die Kings Of Leon. Das wäre für mich hier allerdings der klassische Rocker-Weg vom rauhen zum immer glatteren Sound. Auch dies würde interessanter Weise keiner verneinen.
"Und die Jungs sind noch keine 30!", staunt die ard. Vielleicht sieht man da als interessierter Info-Surfer erstmal bei denen nach, die sich in solchen Gefilden auskennen- Rocktimes sieht das so: Durch "eine gute Portion ordentlicher Studioarbeit (...) eröffnen sich nicht nur ganz neue Märkte, vielmehr wird auch das Songgut aufgewertet und veredelt. Nun werden auch Leute, die etwas anderes als dauerhaften Garagenbandsound aus ihrem CD-Player erwarten, erfreut diese CD einlegen können."

Anderswo diagnostiziert man allerdings "langweiligen Pop a la carte" und bilanziert trocken: "Erste Hälfte top, zweite komplett überflüssig". Auch aus Bayern heißt es vom Album der Woche "Mit Indie hat das hier nichts mehr zu tun".
Während vom anderen Ende der Republik eine steife Brise kommt: "Untergang" wird da vermeldet, auch wenn ich nicht weiß, wie ein Album "bartlos" klingen kann. Von "sorgfältig ausformulierten Lehrbuch- formeln" ist hier die Rede- auch eher wenig schmeichelhaft.
Kurz & realistisch kommts zu Only By The Night tatsächlich von den kostenlosen Blättern: sallys bennent die zu hohe Erwartungshaltung nach Because Of The Times als Ursache für Enttäuschung, intro nennt Only By The Night schlicht "durchwachsen", äußert sich lieber nicht allzu ausführlich und erwähnt aber noch einen weiteren Referenzpunkt der Kings Of Leon, der erstaunlicher Weise nur wenigen auffällt: Stoner-Rock- und mit dem Namen Nick Olivieri stehen die Queens Of The Stone Age als Monolith im Raum, neben denen sich Only By The Night tatsächlich wie Bubblegum ausnimmt.

Tja- irgendwie ist das alles richtig. Nachdem die Kings Of Leon anfangs das frische, weil in der Garage vorher unerhörte CCR-Recycling als Alleinstehungsmerkmal verbuchen konnten und schließlich noch mit dem stilistischen Geniestreich toppen konnten, das beim Stichwort retro noch mit Black Sabbath zu kreuzen, ist auf Only By The Night statt stilistischer Perspektiven nur noch eine kommerzielle übrig. Und zwar eine, die man vorher gern den Altrockern überlassen hätte.


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